Montag, 18.06.2018 05:42 Uhr

Neue Energiespeichertechnologie vorgestellt

Verantwortlicher Autor: Friedrich Scheuerecker München, 12.06.2017, 16:48 Uhr
Presse-Ressort von: Friedrich Scheuerecker Bericht 4715x gelesen
Intersolar und ees 2017
Intersolar und ees 2017  Bild: Friedrich Scheuerecker

München [ENA] Intersolar und ees Europe 2017: Die Gravity Energy AG informierte die Interessenten der internationalen Solar- und Energiespeichermesse über die Entwicklung ihrer Gravity Power Pumpspeichertechnologie. Die Lösung der Speicherproblematik zur Überwindung der Divergenz zwischen der Verfügbarkeit

und dem Bedarf an Strom aus erneuerbaren Energiequellen ist die technologische Herausforderung unserer Zeit. Die Technik ist in der Theorie eher simpel, jedoch in ihrer Ausführung ausgesprochen anspruchsvoll. Schon die Dimensionen nötigen dem Betrachter des Vorhabens Respekt ab. Wie der Name der Organisation schon vermuten lässt, handelt es sich bei der Wirkungsweise um die Umsetzung von Lageenergie. Beispielsweise nutzen herkömmliche Seekraftwerke den geodätischen Höhenunterschied und sind eine bewährte Anwendung zur Bereitstellung von Strom. Nur sind die dazu erforderlichen Angebote der Natur begrenzt und Berge lassen sich, anders als oftmals behauptet, auch nicht beliebig versetzen.

Da es nun etwas aufwendig wäre künstliche Berge aufzuschütten, beginnt die konstruktive Umsetzung der Gravity Energy AG so, wie die humoristische Ausführung von Schillers Glocke, mit „Loch in Erde“. Dieses hat allerdings die beeindruckenden Ausmaße von 30 bis 80 Meter im Durchmesser und eine Tiefe von 300 bis 500 Meter. Darin befindet sich ein Kolben aus Stahlbeton in der Dimension halber Schachthöhe, welcher wie ein Stempel auf die unter ihm befindliche Wassermenge drückt. Dieses Reservoir wird nun mittels Pumpen befüllt wenn überschüssiger Strom aus Sonneneinstrahlung oder Windkraft anliegt.

Im Entladungsfall drückt der Kolben das Wasser mit einer Sinkgeschwindigkeit von cirka 2 Zentimeter pro Sekunde durch eine Turbine geführt zurück. Der Wirkungsgrad des geschlossenen Kreislaufes wird mit 80 Prozent angegeben. Um diesen noch weiter zu optimieren sind Überlegungen im Gange, das nicht unerhebliche Wasservolumen zusätzlich als Wärmespeicher „power to heat“ zu nutzen. Die angestrebten Leistungen betragen 300 bis 800 MW, entsprechen damit der Leistung eines üblichen Kraftwerkes zur Stromerzeugung. Die Speicherkapazität beträgt dabei 4 bis 5 Stunden. Geringe Anlaufzeiten machen die Speicher besonders interessant zum Ausgleich von Stromschwankungen.

Minimale Einflüsse auf die Umwelt während der Bauphase, überschaubarer Flächenbedarf und eine lange Nutzungsdauer lassen den Aufwand jedenfalls gerechtfertigt erscheinen. Die Machbarkeit wird dem Unternehmen von namhaften Marktbeteiligten aus Forschung und Industrie bestätigt. Bis auf die neu entwickelten Dichtungselemente kombiniert das Vorhaben seit Jahrzehnten bewährte Technologien aus dem Bergbau, dem Tunnelbau und der Pumpspeicherindustrie zu einem neuen, in sich geschlossenen, unterirdischen Pumpspeichersystem. Bestätigende Erkenntnisse soll eine derzeit im Bau befindliche Demonstrations- und Testanlage auf dem Gelände der Stadtwerke Weilheim, mit einer Leistung von 1 MW (cirka 140 Meter tief, Durchmesser 8 Meter) erbringen.

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