Samstag, 20.10.2018 05:26 Uhr

Italien schwächelt an Erfolg

Verantwortlicher Autor: Felix Pfitscher Frankfurt/Main, 12.06.2018, 14:40 Uhr
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Rom - Monumento Vittorio Emanuele II
Rom - Monumento Vittorio Emanuele II   Bild: Alessandra Pfitscher Milanesi / Sprachdienstleisterin

Frankfurt/Main [ENA] Der Norden Italiens ist seit einigen Jahren im Fokus vieler betroffener Industriebranchen von Exportgü-tern wie: Maschinen, Fahrzeuge, Textilien und viele andere, die sich im reichen Norden des Landes befinden und somit zu den verwurzelten Leistungsindustrien gehören.

Hier ist seit vielen Jahren die Schwäche der Industrie zu spüren. Zirka 230.000 Unternehmen sind vom Export betroffen, bzw. darin tätig und somit abhängig. Insofern zeigt sich nach Analysen von bekannten Ökonomen, dass die italienische Industrie weiterhin an effizienter Entwicklung namhafter Produkte ver-liert. Wahrhaftig liegen für Italien auch andere Ergebnisse vor, die aufzeigen, dass viele Familien in der Führung von Unternehmen absolut vorsichtig sind und weniger in riskant erscheinende Geschäfte investieren. Dieses Problem ist so ausgeprägt, dass lt. Statistik viele Familienbetriebe nicht produktiver sind als Staatsunternehmen.

Trevi Brunnen / Fontana di Trevi

Dagegen erweisen sich Firmen, die unter Kontrolle von Finanzhäusern, insbesondere anderen Unterneh-men oder ausländischen Eigentümern stehen, als sehr effizient und produktiv. Eine deutlich hemmende Rolle spielt auch die Kreditvergabe der Geldhäuser. Es werden kaum oder gar nicht an schwache Unter-nehmen Kredite ausgegeben. Ein Grund ist die Tatsache, dass viele innovative Unternehmen nur wenig materielle Sachinvestitionen (Sachwerte) vornehmen, die von Banken als Kreditsicherheit akzeptiert wer-den.Da Eigenkapital vor allem sesshaften Branchen zur Verfügung gestellt wird, kommen eben innovative Unternehmen kaum ans Geld.

Das Verhalten der Geldhäuser erklärt sich damit, dass gerade Norditalien traditionell sehr gute, insbeson-dere enge Beziehungen zwischen Banken und stabilen Unternehmern aufweist. Traditionell wird am 15. August, der Ferragosto eingeleitet, die absolut wichtigsten italienischen Ferientage. Es ist der geschätzte nationale Feiertag in Italien. Er gilt als der feierlichste Tag des Jahres und ruft somit auch die Sommerwende ein. Viele Italiener nehmen ihren gesamten Jahresurlaub und fahren ans Meer. In den stilvollen Bergen der Südtiroler und Trentiner Alpen geht es hingegen recht ruhig zu.

Im Herbst wird wieder mal das Haushaltsgesetz für das Jahr 2019 verabschiedet, dann wird die neue Regierung von Ministerpräsident Conti beweisen müssen, und sich mit der finanzpolitischen Realität auseinandersetzen. Spätestens dann wird sich zeigen, welche Wahlversprechungen von Grundsicherung bis hin zur Einheitssteuer und früheres Renteneintrittsalter kommen. Dies bleibt abzuwarten. Fazit: Das Land Italiens ist stärker, als manche Politiker es sich ausmalen.

Die ital. Regierung nimmt bei hohen Zinsen behutsam neue Kredite auf, bedingt durch die hohen Spreads wird somit der Haushalt nur kriechend wirksam. Zudem hat Italien bewiesen, dass es auch mit hohen Realzinsen irgendwie sich durchmogelt. Jetzt muss man abwarten was die neue Regierung mit Ministerpräsident Giuseppe Conte und den beiden Parteien "Fünf Sterne" und "Lega" an greifbaren Reformen ausarbeitet. Viel Zeit bleibt nicht, denn der "Aufbruch ins Ungewisse" ist nicht zu übersehen.

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